Wenn Veränderung gemeinsam gestaltet wird

Warum echte Transformation erst möglich wird, wenn Mitverantwortung mehr ist als ein Buzzword

Veränderung braucht Führung.
Aber nicht nur von oben.

Was heute in komplexen Projekten scheitert, ist nicht das Konzept – sondern das Bild von Verantwortung:
zentralisiert, formalisiert, personifiziert.

Eine Führungskraft soll’s richten.
Ein Projektleiter alles wissen.
Ein Change-Manager Emotionen auffangen.

Doch in Zeiten radikaler Dynamik tragen Einzelne schnell zu viel – und Systeme beginnen zu kippen.

Co-Ownership ist kein Selbstläufer

Viele Organisationen wollen Eigenverantwortung stärken.
Aber was sie bieten, ist oft das Gegenteil:

  • Vage Ziele ohne Einbindung

  • Verantwortung ohne Einfluss

  • Beteiligung ohne Beteiligbarkeit

Dann entsteht kein Ownership – sondern Rückzug.
Dienst nach Vorschrift. Stille Frustration.

Verantwortung lässt sich nicht verordnen – sie muss entstehen: im Dialog, im Vertrauen, im Tun.

Ein Moment aus meiner Praxis

In einem grossen Change-Vorhaben war alles sauber geplant.
Zielbild klar, Rollen definiert, Zeitrahmen gesetzt.

Doch nach dem Kick-off blieben Rückmeldungen aus.
Workshops wirkten zäh. Beteiligung flach.

Wir hörten genauer hin – und verstanden:

Die Beteiligten hatten Angst, Verantwortung zu übernehmen.
Nicht aus Unwillen – sondern aus Sorge vor Widerstand.
Sie zögerten, ihre Fachexpert:innen zu fordern, weil sie Beziehungen nicht belasten oder unbequem wirken wollten.

Was fehlte, war nicht Know-how.
Sondern psychologische Sicherheit.

Das war der Wendepunkt

Nicht durch mehr Druck – sondern durch Vertrauen.

Wir reagierten mit:

  • klaren Leitplanken,

  • offener Kommunikation,

  • einer Einladung, Verantwortung als Gestaltungsmöglichkeit zu begreifen.

Erst da wurde wieder geführt.
Nicht delegiert. Nicht kompensiert.

Echt. Spürbar. Wirksam.

Geteilte Verantwortung ist mehr als Zuständigkeit

Echte Mitverantwortung beginnt dort, wo Menschen nicht mehr auf Delegation warten,
sondern sich als Teil des Ganzen begreifen.

Das braucht:

  1. Orientierung – Wo geht’s hin und warum?

  2. Einbindung – Was bedeutet das für mich?

  3. Einfluss – Wo kann ich mitgestalten?

Verantwortung entsteht, wenn Klarheit auf Vertrauen trifft.

Veränderung braucht keine Einzelhelden. Sie braucht geteilte Verantwortung – und den Mut, sie gemeinsam zu tragen.
— Sarina Keller

Was hilft – und was nicht

❌ Nicht hilfreich

  • Veränderung von oben herab

  • Verantwortung ohne Handlungsspielraum

  • Beteiligung als Pflichtübung

✅ Hilfreich

  • Gemeinsame Übersetzung der Ziele vor Ort

  • Rollen mit Sinn, Kontext & Rückkanälen

  • Beteiligung als Investition in Wirksamkeit

Wie ich unterstütze, wenn Co-Ownership mehr als ein Konzept sein soll

  • Ich begleite Organisationen, wenn Projekte stagnieren – weil niemand mehr wirklich Verantwortung fühlt oder tragen will.

  • Ich gestalte Räume, in denen Mitverantwortung entstehen kann: nicht aus Druck, sondern aus Verbindung.

  • Ich unterstütze Führungsteams, die das Delegieren satt haben – und echten Schulterschluss suchen.

Denn geteilte Verantwortung ist nicht weniger Belastung.
Sondern gemeinsame Kraft.

Rückblick: Warum diese Blog-Serie?

Weil Transformation selten an Tools scheitert – sondern an der Art, wie wir miteinander umgehen.

Diese Serie war keine Methodensammlung.
Sondern eine Einladung zum Hinschauen:

  • Wo laufen Projekte nur noch auf dem Papier?

  • Wo verlieren wir Menschen, bevor wir das Ziel erreichen?

  • Wo spielen wir Führung – statt sie zu verkörpern?

Und wie geht’s weiter?

Wenn Sie spüren, dass etwas nicht rund läuft, lohnt sich der Blick hinter die Kulissen:

  • Was wirkt – aber wird nicht gesagt?

  • Was fehlt – aber wird nicht vermisst?

  • Was blockiert – aber bleibt tabu?


Schreiben Sie mir.
Manchmal reicht ein ehrliches Gespräch, um Komplexität in Bewegung zu bringen.

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Wenn Klarheit innen fehlt – und Kontrolle nach aussen übernimmt