Wenn Veränderung das Team überholt – und Führung Halt geben muss
Warum Entschleunigung der Schlüssel ist, um gemeinsam vorwärtszukommen.
Wir leben in Zeiten ständiger Veränderung.
Strategien, die gestern galten, sind heute schon überholt.
Technologien entwickeln sich rasant. Märkte verschieben sich.
Doch was für Organisationen notwendig ist, ist für die Menschen darin oft Überforderung.
Wenn Tempo zur Überforderung wird – und niemand es sagt
Ein Projekt startet mit klaren Zielen.
Dann ändert sich der Kontext. Der Scope wird angepasst – mehrfach.
Der Druck steigt. Das Tempo auch.
Im Reporting: „Alles im Plan.“
In Wirklichkeit:
Die Sinnhaftigkeit bricht weg
Beteiligung wird flach
Orientierung geht verloren
Das Projekt verliert Energie – nicht wegen der Komplexität, sondern weil das Neue innerlich nicht mitvollzogen wurde.
Ein Moment aus meiner Praxis
Ein Projekt war stark von externen Marktdynamiken betroffen.
Zunächst war alles klar – dann wurde die strategische Richtung mehrfach angepasst.
Der Scope wurde erweitert, reduziert, verschoben.
Die Timeline blieb bestehen. Die Ressourcen nicht.
Die Folge: Passivität, Unsicherheit, Rückzug.
Ich bremste bewusst – raus aus den Routinen.
Keine Slides, keine Agenda. Nur die Frage:
„Was hat sich für euch verändert – und was braucht ihr, um mittragen zu können?“
Die Antworten:
„Wir wissen nicht mehr, worauf wir hinarbeiten.“
„Wir fühlen uns nur noch durchgeschoben.“
„Es fehlt ein gemeinsamer Nenner.“
Erst durch diese Gespräche entstand wieder Commitment – und echte Bewegung.
Stabilität durch Haltung – nicht durch Planung
Wenn sich alles verändert, brauchen Projekte nicht mehr Planung – sondern mehr Führung:
Führung, die Orientierung gibt, auch wenn sich das Ziel verschiebt
Räume, in denen Sinn und Beteiligung regelmässig überprüft werden dürfen
Sicherheit im Inneren – nicht nur im System
Was hilft – und was nicht
❌ Nicht hilfreich:
Scope anpassen, ohne den Rahmen zu klären
Tempo erhöhen, obwohl Orientierung fehlt
Kommunikation auf Statusberichte reduzieren
✅ Hilfreich:
Gemeinsames Innehalten bei jeder wesentlichen Veränderung
Transparenz über Unsicherheiten
Führung, die nicht alles weiss – aber Haltung zeigt
„Wer Wandel gestalten will, braucht Erdung. Und die entsteht, wenn Menschen wieder wissen, wofür sie stehen.“
Was ich tue, wenn Veränderung zur Dauerbelastung wird
Ich begleite Teams in genau diesen Spannungsfeldern:
Wenn Projekte weiterlaufen, aber keiner mehr weiss, wofür
Wenn Druck steigt, aber Verbindung fehlt
Wenn Anpassung zur Routine wird – und Resonanz verloren geht
Ich bringe Klarheit, wo Verwirrung lähmt.
Ich gestalte Räume, in denen Menschen wieder andocken – an das Ziel, aneinander, an sich selbst.
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Wenn Klarheit innen fehlt - und Kontrolle nach aussen übernimmt:
Warum Selbstführung die unterschätzte Grundlage wirksamer Führung ist.
Warum Beteiligung mehr ist als Feedback – und wie man kollektive Ausrichtung schafft.